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Aktuelle Ausstellungen

Gemeinsames Bibliotheksgebäude am Westerberg
Foyer

»Was damals Recht war ...« – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht

27. Oktober bis 9. Dezember 2017

Blick in die Ausstellung "Was damals Recht war ..." im Foyer des Gemeinsamen Bibliotheksgebäudes, Foto: Elena Scholz / Universität Osnabrück

Seit nunmehr zehn Jahren ist die Wanderausstellung zur NS-Militärjustiz der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas auf Reisen und bislang an mehr als 40 Orten präsentiert worden. Ab Ende Oktober 2017 macht sie auf Einladung der Universitätsbibliothek im Foyer des Gemeinsamen Bibliotheksgebäudes am Westerberg Station.

Im Zentrum der Ausstellung, die Willkür und Unrecht der nationalsozialistischen Militärgerichtsbarkeit dokumentiert und der gesellschaftlichen Verankerung der späten Rehabilitierung ihrer Opfer dient, stehen exemplarische Fallgeschichten, die nicht nur von im Sinne der NS-Doktrin abgeurteilten Deserteuren handeln, sondern gleichermaßen von Kriegsdienstverweigerern, von sogenannten 'Wehrkraftzersetzern' oder 'Volksschädlingen'. Auch das Schicksal von Angehörigen des Widerstands in besetzten europäischen Ländern vor Militärtribunalen wird berührt. Mindestens 22.000 Menschen wurden hingerichtet, unzählige andere starben in Lagern oder bei Strafkommandos.
Überblicksdarstellungen zur Geschichte der deutschen Militärjustiz zwischen 1871 und 1939 rahmen die biographischen Narrative. Aber nicht nur den Opfern der Wehrmachtgerichtsbarkeit gilt der Blick, auch Tätern: den Militärrichtern, ihren Biographien, ihrem Handeln im NS-System, ihren Karrieren nach 1945. Zu guter Letzt widmet sich die Ausstellung dem Umgang mit Justizopfern in den deutschen Nachkriegsstaaten, ihrer Ausgrenzung und Diffamierung sowie der späten und langen Debatte um Rehabilitierung und Entschädigung.

Plakat zur Ausstellung "Was damals Recht war ...", Copyright: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Design: Dagmar von Wilcken

Begleitprogramm zur Ausstellung

Folder

Presse

Neue Osnabrücker Zeitung vom 09.11.2017
(Autor & Fotograf: Joachim Dierks - mit freundlicher Genehmigung)

Mit dem neuen Bibliotheksgebäude auf dem Westerberg wurde dafür ein adäquater Ausstellungsort gefunden, der in unmittelbarer topographischer Beziehung nicht allein zu den 'Hinterlassenschaften' der britischen Streitkräfte steht, sondern eben auch zu den nach 1945 von ihnen genutzten Kasernen und Liegenschaften aus dem Kaiserreich der vormaligen Garnison Osnabrück. Gerade vor dem Hintergrund der Transformation militärisch konnotierter, zeithistorisch bedeutsamer Stätten in Orte akademischen Lernens und kritischer Reflexion verdient das Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt zur NS-Militärjustiz lebhaftes öffentliches Interesse, in der Universität selbst und über sie hinaus in Stadt und Region.

Veranstalter sind die Universitätsbibliothek Osnabrück, das Historische Seminar der Universität und die Volkshochschule der Stadt Osnabrück in Kooperation mit den Osnabrücker Friedensgesprächen sowie der Gedenkstätte Esterwegen und dem Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück.
Ein wissenschaftliches Begleitprogramm mit Vorträgen und anderen Veranstaltungsformaten flankiert die Ausstellung und steht allen Interessierten offen.

Bibliothek Alte Münze
Foyer

Keine Gnade: Verurteilte Wehrmachtsoldaten in den Emslandlagern 1939 - 1945
Studierendenprojekt Wehrmachtjustiz

27. Oktober bis 9. Dezember 2017

Ausschnitte der Ausstellungstafel für Wilhelm Knemöller, Universität Osnabrück & Gedenkstätte Esterwegen, Foto: Barbara Mönkediek / Universitätsbibliothek

Die Militärjustiz der Wehrmacht war unabhängig von der zivilen Justiz. Sie urteilte nach eigenen Gesetzen und einer anderen Prozessordnung. Ab 1939 verschärften die Kriegsgerichte die Rechtsprechung drastisch; sie sahen ihre Funktion in der "Aufrechterhaltung der Manneszucht" und sprachen immer härtere Urteile aus. Bis Kriegsende vollstreckte die NS-Militärjustiz mehr als 20.000 Todesurteile.

Ein zweisemestriges Studierendenprojekt war integraler Teil des Osnabrücker Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekts der Universität und der Volkshochschule zur Militärgerichtsbarkeit des Dritten Reiches: Angehende Historiker(innen) befassten sich unter Anleitung von Dr. Sebastian Weitkamp, Gedenkstätte Esterwegen, intensiv mit regionalen und lokalen Aspekten der Wehrmachtjustiz, rekonstruierten u. a. durch eigene Archivarbeit individuelle Biographien angeblicher Delinquenten und erzählen ihre Geschichten.

Präsentiert werden die Forschungserträge der Studierenden in einer parallel zur Ausstellung der Stiftung Denkmal stattfindenden, professionell gestalteten 'Filialausstellung' zur Lokalgeschichte der NS-Militärjustiz in der Bibliothek Alte Münze.

Bibliothek Alte Münze
Galerie im Treppenhaus

Die neue Bibliothek am Campus Westerberg

Bibliotheksgebäude Campus Westerberg, Entwurf: ReimarHerbst.Architekten, Foto: Sven Otte

In den sechs Einbauvitrinen der Galerie im Treppenhaus zeigt die Universitätsbibliothek Osnabrück bis auf Weiteres Fotos des neuen Bibliotheksgebäudes am Campus Westerberg, das nach dem Entwurf des Berliner Büros ReimarHerbst.Architekten gebaut und ausgeführt wurde und im Sommer 2015 von der Zentralbibliothek der Hochschule Osnabrück und der Bereichsbibliothek Naturwissenschaften / Mathematik der Universität gemeinsam bezogen werden konnte. Das Gemeinsame Bibliotheksgebäude wurde im Oktober 2015 feierlich eröffnet.

Manche der Fotos von Barbara Mönkediek und Marion Krüger (Universitätsbibliothek Osnabrück / Fotostelle) zeigen die Baustelle, andere das bezugsfertige, aber noch leere Gebäude, das seines Inventars und seiner künftigen Besucherinnen und Besucher harrt. Der Großteil ihrer Fotografien wie auch die größerformatigen Arbeiten des Architekturfotografen Sven Otte schließlich setzen die bewohnte: eingerichtete und für ihre Benutzerinnen und Benutzer offenstehende neue Bibliothek in Szene – in ihrer Klarheit und Helligkeit, die von außen nicht auf den ersten Blick zu erahnen sind.