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Aktuelle Ausstellungen

Bereichsbibliothek Naturwissenschaften / Mathematik im Gemeinsamen Bibliotheksgebäude
Foyer

»Alles brannte!« – Jüdisches Leben und seine Zerstörung in den preußischen Provinzen Hannover und Ostpreußen

9. November bis 20. Dezember 2018

Poster zur Osnabrücker Station der Ausstellung "Alles brannte!" / Grafik: Universitätsbibliothek

Anlässlich des 80. Jahrestags des reichsweiten, durch Partei und Staat gelenkten NS-Terrors im November 1938 und der sogenannten 'Reichspogromnacht' macht die Wanderausstellung »Alles brannte!« der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Berlin) und des Ostpreußischen Landesmuseums Lüneburg ab dem 9. November im Foyer des Gemeinsamen Bibliotheksgebäudes auf dem Westerberg Station.
An verschiedenen Standorten in Deutschland und Russland, in Museen, Kulturinstituten und jüdischen Gemeinden, ist das Ausstellungsprojekt bereits präsentiert worden: Es versteht sich als grenzüberschreitender Beitrag zur gemeinsamen, deutsch-russischen Aufarbeitung der jüngsten Geschichte in Mitteleuropa.

Trotz räumlicher Distanz wiesen die preußischen Provinzen Hannover und Ostpreußen große Gemeinsamkeiten auf. Sie waren in etwa gleich groß, ähnelten sich in ökonomischer Hinsicht und Besiedlungsstruktur, hatten kulturell und historisch bedeutende Hauptstädte: Hannover und Königsberg. Und in beiden Provinzen gab es ein florierendes jüdisches Leben, das durch die nationalsozialistische Gewalt zerstört wurde. Die Ausstellung nimmt die Situation der jüdischen Bevölkerung in Augenschein und verdeutlicht, dass die Entrechtung, Drangsalierung, Ermordung der Juden in der Provinz Hannover – und mithin auch in Osnabrück – ähnlichen Mustern folgten wie in Ostpreußen. Der Blick gilt den Jahren vor 1933 ebenso wie der nationalsozialistischen Verfolgung bis zur Auslöschung der Gemeinden, und insbesondere der gewalthafte Umbruch der Novembertage 1938 wird dokumentiert und in seiner Bedeutung wahrnehmbar.

Presse

Neue Osnabrücker Zeitung vom 12.11.2018
(Autor & Fotograf: Joachim Dierks - mit freundlicher Genehmigung)

Als Veranstalter vor Ort haben sich in bewährter Kooperation die Universitätsbibliothek, die Professur für Neueste Geschichte und Historische Migrationsforschung am Historischen Seminar der Universität und die Volkshochschule der Stadt Osnabrück zusammengefunden, die gemeinschaftlich auch für das öffentliche Begleitprogramm zur Ausstellung mit Vorträgen, einem Workshop und einer Podiumsdiskussion verantwortlich zeichnen. Die Veranstaltungen stehen allen Interessierten offen und sind – auch dank der Unterstützung durch das Büro für Friedenskultur – eng verzahnt mit den kommunalen Gedenkveranstaltungen um den denkwürdigen 9. November 2018.

Zur Eröffnung am 8. November sprachen Dr. Ulrich Baumann, Kurator der Ausstellung und stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal, sowie Dr. Stefanie Fischer vom Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin.
Stefanie Fischers Vortrag stellte den Novemberpogrom mit zahlreichen lokalhistorischen Bezügen in den Kontext der antisemitischen Gewaltausschreitungen im Herbst 1938. Ausgehend von der neueren Forschung, die den Holocaust als einen sozialen Prozess versteht, legte die Referentin dar, wie antisemitische Gewalt, Kooperation und stillschweigende Akzeptanz parallel zueinander existieren konnten - auch in Osnabrück.

Bibliothek Alte Münze
Foyer

»FriedensFreud und Krieges-Leid« – Altdrucke aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges

18. Oktober 2018 bis 19. Januar 2019

Abbildung des vnbarmhertzigen/ abschewlichen/ grausam- vnd grewlichen Thiers/ Welches in wenig Jahren/ den grösten Theil Teutschlandes erbärm- vnd jämmerlichen verheeret/ außgezehret vnd verderbet [...]. Einblattdruck, [o. O.] [ca. 1630]. Signatur [S-4]: 9902-400 0

Abbildung des vnbarmhertzigen/ abschewlichen/ grausam- vnd grewlichen Thiers [ca. 1630]

’s ist leider Krieg – und ich begehre / Nicht schuld daran zu sein!
Eineinhalb Jahrhunderte, bevor Matthias Claudius die Schrecken des Krieges besang, hatte der Dreißigjährige oder "Teutsche" Krieg weite Landstriche verheert, Städte und Menschen zerstört, eine tiefe Sehnsucht geweckt nach Frieden.
Einblicke in »FriedensFreud und Krieges-Leid« gewährt die Ausstellung gleichen Titels, die ab dem 18. Oktober in der Bibliothek Alte Münze zu sehen ist und von Studierenden und Doktorandinnen der Geschichtswissenschaft um Professorin Siegrid Westphal erarbeitet wurde.

Alte Drucke aus dem Bestand der Universitätsbibliothek (Standort S-4), weitere Quellen in Text und Bild sowie von den Ausstellungsmacherinnen verfasste Erläuterungen zu den thematischen Stationen und zu einzelnen Exponaten dokumentieren das mediale Echo von Schlüsselereignissen des Dreißigjährigen Krieges, seiner Etappen und Persönlichkeiten in der vielfältigen und regen Publizistik der Epoche.

Ausstellungsdetail "FriedensFreud und Krieges-Leid", Foto: Melanie Puchalla

Das inhaltliche Spektrum der präsentierten Exponate reicht vom Prager Fenstersturz (1618) über die Belagerung der Hansestadt Stralsund (1628) bis hin zum Westfälischen Frieden (1648). Besonderes Augenmerk gilt außerdem der Bedeutung des schwedischen Königs Gustav II. Adolf für die zeitgenössische Wahrnehmung sowie dem Torstenssonkrieg (1643-1645).

Die in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Osnabrück sowie dem Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit erarbeitete Ausstellung ist bis ins Neue Jahr im Foyer der Bibliothek Alte Münze zu deren Öffnungszeiten zu besuchen.

Bibliothek Alte Münze
Galerie im Treppenhaus

Die neue Bibliothek am Campus Westerberg

Bibliotheksgebäude Campus Westerberg, Entwurf: ReimarHerbst.Architekten, Foto: Sven Otte

In den sechs Einbauvitrinen der Galerie im Treppenhaus zeigt die Universitätsbibliothek Osnabrück bis auf Weiteres Fotos des neuen Bibliotheksgebäudes am Campus Westerberg, das nach dem Entwurf des Berliner Büros ReimarHerbst.Architekten gebaut und ausgeführt wurde und im Sommer 2015 von der Zentralbibliothek der Hochschule Osnabrück und der Bereichsbibliothek Naturwissenschaften / Mathematik der Universität gemeinsam bezogen werden konnte. Das Gemeinsame Bibliotheksgebäude wurde im Oktober 2015 feierlich eröffnet.

Manche der Fotos von Barbara Mönkediek und Marion Krüger (Universitätsbibliothek Osnabrück / Fotostelle) zeigen die Baustelle, andere das bezugsfertige, aber noch leere Gebäude, das seines Inventars und seiner künftigen Besucherinnen und Besucher harrt. Der Großteil ihrer Fotografien wie auch die größerformatigen Arbeiten des Architekturfotografen Sven Otte schließlich setzen die bewohnte: eingerichtete und für ihre Benutzerinnen und Benutzer offenstehende neue Bibliothek in Szene – in ihrer Klarheit und Helligkeit, die von außen nicht auf den ersten Blick zu erahnen sind.